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Übersicht von Medikamenten die bei einer Schilddrüsenüberfunktion gegeben werden

Die folgenden Medikamente sind rezeptpflichtig und kommen für die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion in Frage.

Carbimazol

Carbimazol normalisiert die Konzentration der Schilddrüsenhormone und lindert die Beschwerden bei einer Überfunktion.

Personen mit zu wenigen weißen Blutkörperchen oder mit einem gestörten Blutbild dürfen dieses Medikament nicht einnehmen. Ebenso sind Betroffene einer Leberkrankheit oder einer Abflussstörung der Galle von der Behandlung mit Carbimazol ausgeschlossen, da die Verstoffwechselung des Wirkstoffes durch die Leber geschieht. Über die Galle wird der Wirkstoff ausgeschieden.

Carbimazol kann das Schilddrüsenwachstum beschleunigen. Deshalb sollte dieser Wirkstoff bei einer Schilddrüsenvergrößerung lediglich über kurze Zeit verabreicht werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Carbimazol führt sehr häufig zu allergischen Hautreaktionen und Juckreiz. Gelegentlich kommt es zu Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn und zu Ödemen.

Thiamazol

Dieser Wirkstoff gehört zu den Thyreostatika. Thiamazol normalisiert die Schilddrüsenwerte und lindert die Beschwerden bei einer Überfunktion der Schilddrüse.

Auch Thiamazol wird – wie Carbimazol – durch die Leber verstoffwechselt und über die Galle abtransportiert. Deshalb darf dieser Wirkstoff nicht von Betroffenen einer Gallenabflussstörungen eingenommen werden. Bei Funktionsstörungen der Leber muss die Dosis niedrig gehalten werden.

Besteht eine Schilddrüsenvergrößerung, darf Thiamazol lediglich kurzfristig eingenommen werden. Dieser Wirkstoff kann zur Beschleunigung des Wachstums der Schilddrüse führen.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Thiamazol kommt es häufig zur Bildung von Quaddeln, Hautausschlag oder Juckreiz. Ebenso kann dieser Wirkstoff Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auslösen.

Thiamazol und Schwangerschaft

Bei der Einnahme von Thiamazol während der Schwangerschaft muss darauf geachtet werden, dass der Wirkstoff so niederig wie möglich dosiert wird, damit sich beim Ungeborenen keine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln kann.

Natrium-Perchlorat

Natrium-Perchlorat normalisiert die Blutwerte und schützt die Schilddrüse bei Behandlungen mit radioaktivem Jod.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Einnahme dieses Medikamentes kommt es gelegentlich zu Übelkeit, Hautausschlägen, Halsschmerzen, Schwellungen der Lymphknoten, Fieber und Mundtrockenheit. Eher selten treten Juckreiz, Veränderungen des Blutbildes, Muskelkrämpfe oder Durchfall auf. Manchmal färbt sich durch Natrium-Perchlorat die Haut gelb oder in den Füßen entsteht ein brennendes Gefühl.

Natrium-Perchlorat und Schwangerschaft

Natrium-Perchlorat geht ins Blut des ungeborenen Kindes und somit kann sich unter Umständen eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln. Deshalb eignet sich dieses Medikament nicht für Schwangere.

Propranolol

Das bei Schilddrüsenüberfunktion eingesetzte Propranolol wirkt auf die Beschwerden ein. Es verlangsamt den Herzschlag, senkt den Blutdruck und reduziert Ängste. Zudem kann es vorbeugend bei Migräne eingenommen werden.

Wer unter Durchblutungsstörungen in den Extremitäten leidet, darf diesen Wirkstoff nicht einnehmen. Ebenso darf Propranolol nicht gleichzeitig mit MAO-Hemmern eingenommen werden und auch bei Asthma oder anderen Erkrankungen der Bronchien eignet sich dieses Medikament nicht.

Nach einer langen Fastenzeit, bei Diabetes mellitus und bei AV-Block Grad I sollte die Einnahme von Propranolol vom Arzt regelmäßig kontrolliert werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig kommt es bei der Einnahme von Propranolol zu Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheitsgefühl, Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen, vermehrtem Schwitzen, Depressionen und Halluzinationen. Ebenso häufig können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Absenkung des Blutdrucks, Hautreaktionen und Juckreiz auftreten. Gelegentlich treten Bindehautentzündung, Veränderungen des Blutbildes, Mundtrockenheit und Muskelschwäche auf.

Weitere Hinweise für die Einnahme von Propranolol

Da es zu einem verminderten Tränenfluss kommen kann, wird das Tragen von Kontaktlinsen möglicherweise problematisch. Soll Propranolol abgesetzt werden, muss dies ausschleichend geschehen. Die Reaktionsfähigkeit kann beeinträchtigt werden, sodass während der Behandlung mit Propranolol keine Maschinen bedient und kein Auto gefahren werden sollten.