Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Eine mögliche Funktionsstörung der Schilddrüse ist die Hyperthyreose, auch Schilddrüsenüberfunktion genannt, welche sich durch eine gesteigerte Ausschüttung der Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin auszeichnet. Die Schilddrüsenüberfunktion ist die Erkrankung der Schilddrüse, welche am zweithäufigsten und überwiegend bei Frauen und älteren Menschen vorkommt. Tatsächlich kommt auf fünf an Hyperthyreose erkrankte Frauen nur ein erkrankter Mann. Die Schilddrüse, in welcher bei einem gesunden Menschen der thyreotrope Regelkreis die Produktion und Abgabe der Schilddrüsenhormone an den Organismus steuert, gibt nun mehr Hormone an den Körper ab, als dieser benötigt. Bei einer akuten Hyperthyreose findet also eine Hormonüberversorgung durch die Schilddrüse statt. Die Folgen sind eine krankhafte Steigerung des gesamten Stoffwechsels, eine deutliche Erhöhung des Grundumsatzes an Energie – kurz gesagt ein auf Hochtouren laufender Organismus. Alles im Körper geht schneller vonstatten, die Körpertemperatur und die Herzfrequenz sind höher als normalerweise, es kann zu Herzrasen, Haarausfall, Schlafstörungen, Zittern, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Unruhe, Durchfall, anhaltendem Schwitzen auch bei Kälte, Wärmeintoleranz, Gewichtsabnahme oder zumindest zu gesteigertem Appetit ohne Gewichtszunahme kommen.

Trotz all dieser unangenehmen Beschwerden kann ein von Schilddrüsenüberfunktion geplagter Mensch leben, solange es nicht zu einer drastischen und damit lebensbedrohlichen Verschlimmerung der Hyperthyreose kommt. Die sogenannte thyreotoxische Krise ist eine solche lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Zuspitzung des Krankheitsbildes, in der Regel ausgelöst durch die Verabreichung mehrerer Mengen Jod, zum Beispiel in Form von jodhaltigen Medikamenten wie Röntgenkontrastmittel. Die thyreotoxische Krise kann sich in nur wenigen Stunden oder über mehrere Tage hinweg entwickeln, typische Symptome reichen von Erbrechen, Nervosität und Durchfall über bedrohlich hohes Fieber bis hin zu Bewusstheitsstörungen und Verwirrtheitszuständen. Ist es zu einer, in übrigens 50 Prozent der Fälle tödlich ausgehenden, thyreotoxischen Krise gekommen, kann nur noch eine intensivmedizinische Behandlung helfen.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.